Arbeiten im Sozialbereich

von spdfraktion01

Die Arbeitsbedingungen im Sozialbereich sind oft schwierig. Entsprechend ergeht häufig der Ruf an die Politik, diese Bedingungen zu verbessern. Am 9. April 2013 traf sich im Münchner Gewerkschaftshaus daher die SPD-Fraktion im Bezirkstag von Oberbayern mit Arbeitnehmervertretern aus dem Sozialbereich, um Probleme und Forderungen der Beschäftigten zu diskutieren.

Als Referenten konnte die SPD zwei Experten gewinnen: Andreas Niedermeier, Sprecher der Geschäftsführung der AWO Oberbayern, und Willi Drach, stellvertretender Fachbereichs-Vorsitzender bei Ver.di München. Daneben waren zahlreiche Betriebs- und Personalräte anwesend, darunter Vertreter der Arbeiterwohlfahrt (AWO), des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Diakonie, der Städtischen Kliniken München und der Kliniken des Bezirks Oberbayern.

Andreas Niedermeier forderte, die Sozialberufe müssten attraktiver werden. Dies könne durch bessere Arbeitsbedingungen erreicht werden. Dazu zählte Niedermeier u. a. faire Löhne, feste Arbeitsplätze und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es dürfe im Sozialbereich keinen Wettbewerb um die niedrigsten Löhne geben, sondern nur um die besseren Konzepte.

Willi Drachs Vortrag konzentrierte sich auf den sog. Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Drach bezeichnete Tarifverträge als einen Grundstein der sozialen Marktwirtschaft. Der TVöD sei keinesfalls ideal, da die darin enthaltenen Entgelte oftmals zu niedrig seien. Jedoch bilde der TVöD ein Mindestniveau, das im Sozialbereich nicht unterschritten werden dürfe.

Michael Asam, der Vorsitzende der SPD-Bezirkstagsfraktion, forderte mehr Anerkennung und eine bessere Bezahlung für Sozialberufe. Bezirksrat Gerhard Wimmer, der die Veranstaltung moderierte, wandte sich gegen Kostendruck im Personalbereich und gegen Ausgliederungen, die zu schlechteren Arbeitsbedingungen führten. Einig war man sich in der Forderung nach einer Erhöhung der Ballungsraumzulage im öffentlichen Dienst, wie sie auch der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude kürzlich gefordert hatte.

Mit Sorge betrachteten die Teilnehmer der Veranstaltung die Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen, wie sie etwa durch befristete Verträge entstehen. Kritisch sahen die Anwesenden auch die Personalsituation, v. a. in der Pflege. So sei zur Aufrechterhaltung der Versorgung deutlich mehr Personal notwendig. Gleichzeitig werde es immer schwieriger, Nachwuchs zu finden.

Es war insgesamt eine Veranstaltung mit lebhaften Diskussionen, aber auch zahlreichen Übereinstimmungen. Dazu der Fraktionsvorsitzende Asam: „Ich danke den Betriebs- und Personalräten für ihre klaren Forderungen. Wir sind uns in vielen Dingen einig. Die SPD wird im Bezirk auch weiterhin für die Belange der Beschäftigten eintreten.“

Advertisements