Die SPD-Fraktion im Bezirkstag von Oberbayern

Niederschwellige Angebote für psychisch Kranke

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Wie kann psychisch erkrankten Menschen geholfen werden, ein möglichst normales Leben zu führen? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 10. April 2014 die SPD-Fraktion im Bezirkstag von Oberbayern. Als fachkundiger Gesprächspartner war Michael Mauerer-Mollérus eingeladen. Er ist als Psychiatrie-Koordinator und Referent für Inklusion und Teilhabe bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Oberbayern tätig.

Die Fraktion diskutierte zuerst das Konzept der sogenannten „Integrierten Versorgung“ (IV), das seit 2008 von der AWO praktiziert wird. IV soll die ambulante Versorgung von Menschen in psychischen Krisensituationen verbessern — etwa durch häusliche psychiatrische Krankenpflege, Krisenintervention und die Bereitstellung von Rückzugsräumen.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich über die Vorteile der IV einig: Während eine stationäre Behandlung in einer Klinik die erkrankten Menschen aus ihrem Umfeld reißt, funktioniert die IV viel niederschwelliger. Sie macht es den Betroffenen nämlich deutlich leichter, Familie, Arbeit und Wohnung zu behalten.

Deshalb lobte SPD-Fraktionsvorsitzender Gerhard Wimmer die IV als sinnvolles Konzept nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“. Wimmer und seine Fraktion befürworteten im IV-Bereich auch eine weitere Zusammenarbeit des Bezirks Oberbayern mit der AWO.

Mauerer-Mollérus referierte anschließend über Zuverdienst-Projekte. Diese bieten einfache Tätigkeiten für psychisch kranke Menschen an, die es im ersten Arbeitsmarkt schwer haben. Leider sind viele Zuverdienst-Angebote durch unklare Zuständigkeiten und rechtliche Unsicherheiten gefährdet. Wimmer will sich daher im Bezirkstag für eine Absicherung dieser Angebote einsetzen: „Der Zuverdienst stärkt die Teilhabe der Betroffenen am Arbeitsleben. Deshalb brauchen wir ihn auch weiterhin.“

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