Sozialpreis an Christine Kuisel verliehen

von spdfraktion01

SPD ehrte in Schongau die Vorsitzende von „Rolliwelten“

Die SPD-Fraktion im Bezirkstag von Oberbayern hat am 20. November 2015 zum dritten Mal ihren Sozialpreis verliehen. Damit werden Bürger ausgezeichnet, die ehrenamtlich Hilfe und Unterstützung für andere Menschen leisten. Preisträgerin war heuer Christine Kuisel, die Vorsitzende des Vereins „Rolliwelten“.

Die gelernte Erzieherin wurde 1982 in München geboren und lebt heute in Schwabbruck (Kreis Weilheim-Schongau). Die Mutter von drei Kindern sitzt aufgrund einer Motoneuronen-Erkrankung im Rollstuhl und kämpft für die Belange von Menschen mit Behinderung. Hierzu hat sie 2011 den Verein „Rolliwelten“ gegründet, den sie als Vorsitzende leitet.

Der Verein unterstützt Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige und Freunde. So bietet er z. B. Beratung für Behördengänge und den Umgang mit der alltäglichen Bürokratie. Daneben ist Kuisel auf Kreis-Ebene Mitglied im Teilhaberat Weilheim-Schongau und im Vorstand des Beirats für Menschen mit Behinderung.

Preisträgerin Christine Kuisel (vorne) mit Gerhard Wimmer, Falk Sluyterman van Langeweyde, Michael Asam, Ilona Böse und Markus Rinderspacher (von links).

Preisträgerin Christine Kuisel (vorne) mit Gerhard Wimmer, Falk Sluyterman van Langeweyde, Michael Asam, Ilona Böse, Markus Rinderspacher (von links).

Zur Preisverleihung versammelten sich rund 70 Gäste im Schongauer „Ballenhaus“, dessen Geschichte Bürgermeister Falk Sluyterman van Langeweyde in seinem Grußwort darstellte. Michael Asam, Vizepräsident des Bezirkstags von Oberbayern, würdigte in seiner Rede Kuisels Engagement: Kuisel helfe Menschen und stärke die öffentliche Wahrnehmung der Betroffenen und ihrer Sorgen.

Markus Rinderspacher, Vorsitzender der Landtags-SPD, hielt die Laudatio auf Kuisel. Er bezeichnete sie als „Macherin der Mitmenschlichkeit“, die durch ihr Engagement Andere ermutige. Das Ehrenamt sei „der größte Schatz, den wir in Bayern haben“, und eine Gesellschaft mit Ehrenamt die bessere Gesellschaft. Die Arbeit von „Rolliwelten“ sei daher nicht nur für Menschen mit Behinderung von Bedeutung, sondern für den sozialen Zusammenhalt insgesamt.

Gerhard Wimmer, der Vorsitzende der Bezirkstags-SPD, sprach Kuisel die Anerkennung seiner Fraktion aus. Kuisel setze sich selbstlos für Menschen mit Behinderung ein. Zur Verbesserung von deren Situation forderte Wimmer die Einführung eines Bundesteilhabegelds, um die Betroffenen finanziell unabhängiger zu machen.

Ilona Böse, SPD-Fraktionssprecherin im Schongauer Stadtrat, nannte Kuisels große Lebensfreude eine Inspiration für andere Betroffene. Die „Barrieren im Kopf“ seien durch Kuisels Engagement in Schongau schon sehr zurückgegangen.

Nach der Preisverleihung dankte Kuisel ihrer Mutter für deren unentwegte Unterstützung und sprach über die Ziele ihrer Arbeit. Sie wolle u. a. Unsicherheiten und Vorurteile abbauen, denn die größte Barriere sei immer noch die im Kopf. Kuisel schilderte auch die oft diskriminierenden Lebensumstände von Menschen mit Behinderung und rief die Politik zum Handeln auf. Und wie der große Schlussapplaus zeigte, hatte sie mit dieser Forderung auch das Publikum auf ihrer Seite.

Weitere Impressionen von der Preisverleihung:

Sozialpreis-2015-Kuisel-Uebergabe-WEB

C. Kuisel bei der Preisübergabe.

 

Sozialpreis-2015-Kuisel-Fraktion-WEB

C. Kuisel mit M. Rinderspacher (links) und der SPD-Bezirkstagsfraktion.

 

Advertisements